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Sprachstörungen

plötzlich sprachlos...dazu kann es nach Schlaganfall, Turmorerkrankungen oder auch bei neurodegenerativen Erkrankungen kommen. Sie werden als Aphasie, Sprechapraxie oder kognitive Dysphasie bezeichnet.

Aphasie

Aphasien sind zentrale Sprachstörungen, die infolge umschriebener Hirnläsionen nach abgeschlossener Sprachentwicklung entstehen. Dabei zeigt sich die Sprache in allen Modalitäten betroffen, d. h. es kommt zu Beeinträchtigungen im Sprechen, Verstehen, Lesen und Schreiben.

Wie äußert sich eine Aphasie?

Aphasien lassen sich grunsätzlich in flüssige und unflüssige Aphasien unterteilen.

Bei einer flüssigen Aphasie
kommt es häufig zu einer überschießenden Sprache, die mit vielen falsch benutzten Wörtern, sowie lautlich entstellten Wörtern durchzogen ist. Wörter, Satzteile und Sätze präsentieren sich oft inhaltlich verschachtel. Es kann zu unverständlichen, endlosen Wortflogen kommen
und auch das Einhalten von Hörer - Sprecher - Wechsel werden nicht beachtet. Es liegt ein schwer gestörtes Sprachverständnis vor, auch wenn es oft so wirkt, als könne der Betroffene alles verstehen. Die Betroffenen haben meist kein Störungsbewusstsein, neigen zu motorischer
Unruhe und sind oft desorientiert.

Dem entgegengesetzt zeigt sich die unflüssige Aphasie, hier präsentiert sich die Sprache verlangsamt, unflüssig und häufig sind deutliche Anstrengungen beim Sprechen beobachtbar. Betroffene haben viele Wortfindungsschwierigkeiten, jedoch ist das Sprachverständnis oft
recht gut intakt und auch das Störungsbewusstsein ist ausgeprägt vorhanden. Das Lesen und Schreiben zeigt zumeist Beeinträchtigungen auf.

Bei schweren Aphasien, beispielsweise, sind alle sprachlichen Fähigkeiten, diese beinhalten das Verstehen, das Sprechen, das Lesen und Schreiben, schwer gestört. Meist gelingen nur Äußerungen die automatisiert und wiederholend gleich sind, sogenannte Sprachautomatismen, wie "gogogogo" oder Stereotypien, wie "Hallo, Guten Tag". Es kann aber auch zu Wortneuschöpfungen kommen, den sogenannten Neologismen oder Betroffene sind unfähig sich sprachlich zu äußern. Meist ist das Sprachverstehen schwer beeinträchtigt und es können oft nur Einzelwörter verstanden werden. Hingegen zeigt sich das Situationsverständnis oft gut. Der ja/ nein-Code ist oft inadäquat. Das Lesen und Schreiben ist zumeist nicht mehr möglich.

Gegensätzlich zeigen sich hingegen die Restaphasien, denn hier sind das Sprachverständnis, das Lesen und Schreiben kaum bis gar nicht gestört. Es kommt oft noch zu Wortfindungsschwierigkeiten, d. h. der Satzbau ist weitestgehend intakt, wirkt jedoch oft umständlich, inhaltsarm oder unstrkturiert. Vereinzelt sind Strategien zu hören, wie z.B. "Ach, wie heißt das noch?" oder "Na, so ein Dings." und dazu folgt oft eine pantomimische Handbewegung.


Unser Ziel ist es das Sprachverständnis zu erhöhen, um Missverständnisse im Alltags abzubauen, sowie die sprachlichen Leistungen zu erhöhen und Fehläußerungen bzw. überschießende Sprachproduktion zu vermindern. Das soll zu einer besseren Teilhabe am sozialen Umfeld beitragen.

Sprechapraxie

Bei einer Sprechapraxie ist die Planung von Sprechbewegungen gestört, dadurch sind die Artikulation, die Sprechmelodie und der -rhythmus, sowie das Sprechverhalten betroffen. Es kommt zu lautlichen Abweichungen bzw. Entstellungen von Lauten und das führt zu Unverständlichkeit. Des weiteren kommt es zur Ersetzung und/oder Vertauschung von Lauten, Störungen treten häufig am Anfang von Wörtern auf und Suchbewegungen der Artikulationsorgane (Lippen, Zunge, Kiefer, …). Die Fehler variieren bei Wiederholungen und die Sprechgeschwindigkeit ist vermindert. Zusätzlich werden gesprochene Vokale gedehnt und es zeigen sich Auffälligkeiten in der Wortbetonung, sowie ein silbisches Sprechen.

Häufig ist das Sprechen der Betroffenen angestrengt, was zu mimischen Mitbewegungen, gepresstem Stimmklang und Anspannung der Hals- und Gesichtsmuskulatur führen kann.

Eine Sprechapraxie tritt selten isoliert auf, sondern eher in Kombination mit einer Aphasie.


Unser Ziel ist es Sprechanstrengungen zu vermindern und den Sprachabruf zu erleichtern, sodass auch hier eine höhere soziale Teilhabe möglich ist.

Kognitive Dysphasie

Unter kognitive Dysphasien versteht man Sprachverarbeitungsstörungen, die durch reduzierte Aufmerksamkeits-, Gedächtnis-, Wahrnehmungs- und Exekutivfunktionen ausgelöst werden. Man findet sie u.a. bei rechtshemisphärischen und frontalen Läsionen, Hypoxien, Psychosen und Demenzen.

Die Symptome sind sehr vielfältig und je nach Ursache unterschiedlich. Dazu zählen Wortabrufstörungen, diskurspragmatische Störungen (Planung von Handlungen/Antrieb), Konfabulationen (das Erzählen von frei erfundenen, objektiv falschen Begebenheiten oder Informationen, die keinen Zusammenhang zur Realität haben, die der Betroffene jedoch in dem Moment für wahr hält), Wiederholungen in der Sprachproduktion und unter Umständen auch Schwierigkeiten im Sprachverständnis.